2019 Ende

Bringt 2020 mehr Licht?
Das Jahr,
es geht.
Endlich,
möchte man rufen.

Niederlagen
zahlreich überlegen,
meine Siege
unbeachtet.

Lautlose Klagen
mischten sich
unters Volk.

Von den Hürden
einige gerissen.
Lorbeeren
längst platt gesessen.

Wohlstand blockiert
Entwicklung,
ohne Ziele
keine Wunder.

Für 2019
keine Laudatio,
Erfahrungen
vermindern Hoffnung
auf 2020.
2019 Ende

Vom Blitz getroffen

Vom Blitz getroffen
und gebrochen.
Und dennoch ein Baum

Selbst mit halber Kraft
zeige ich Würde.

Schönheitsfehler inklusive. 

Mit dem was bleibt,
stemme ich mich
auch morgen
gegen Herbststürme. 

Mein Charakter 
unbeschädigt,
mein Lebenswille
fest verwurzelt.

Der Blitz 
hat sein Werk
nicht vollendet.

Denn,
wer mich stürzen will,
muss tiefer ansetzen.

Der Weg ist das Ziel?

Da wo ich hin möchte, kommen andere längst her.
Mein Ziel, altbacken und unmodern, ist keines mehr.
Keine Zuschauer warten am Straßenrand.
Die Begeisterung zum Anfeuern erloschen.
Die Sieger bereits gestern gefeiert. 
Doch zum umkehren ist es zu spät,
denn hinter mir wird es bereits dunkel. 

Blick aus dem Fenster

 Blick aus dem Fenster
  
 Stumpfes Glas und dicker Staub erschwert die Sicht.
 Das wahre Leben erscheint unwirklich.
 Was wir nicht sehen, existiert nicht.
  
 In dunklen Räumen verkümmert jede Hoffnung.
 Auf der anderen Seite das Leben.
  
 Der Blick nach draußen ist nur der Anfang.
 Erst eine Tür zu öffnen bedeutet Freiheit. 

Sonne war gestern

So wie es mal war, wird es nie mehr.

Diese Erfahrungen machen wir alle und diese Gesetzmäßigkeit des Lebens hat durchaus etwas Grausames inne.

So vieles verlieren wir, was nie wieder kehrt. Unsere Jugend, unseren Mut, unsere Gesundheit oder den Job mit der einhergehenden Sicherheit.
Der größte Verlust ist der eines geliebten Menschen und andere wiederum verlieren einfach nur das Glück.

Sonne war gestern
Leben war gestern,
Glück war gestern.

Einmal diese Erfahrung gemacht, müssen wir damit zurechtkommen. Sie beschäftigt uns unaufhörlich, wirft uns zurück oder entzieht uns den Boden unter den Füßen.

Zu schätzen wissen wir das Verlorene immer erst dann, wenn es unwiederbringlich ist.

Aufgrund unserer Erfahrungen hadern wir mit unserem Schicksal und verfluchen innerlich unsere Fehler. Wir wünschen uns die Zeit zurück, um es besser zu machen. Dabei wissen wir genau, die Fehler von damals würden wir wieder begehen.

Das tun wir, weil wir so sind, wie wir sind.

Und heute?

Nie waren unsere Voraussetzungen zum Glück besser und nie war unsere Gesellschaft Glücksunfähiger. Trotz besserer Konditionen und einer Fülle an Möglichkeiten vergeuden wir beinahe täglich unsere Chancen. Denn wir haben heute vielleicht etwas mehr Geld, aber weniger Mut als damals, um etwas Verrücktes damit anzustellen. Wir haben mehr Sicherheiten und doch sind wir so sehr gepolstert, dass wir uns kaum bewegen können. Und unser Internetwissen macht uns zu Hypochondern. Täglich erwarten wir Katastrophen, die uns vermutlich nie erreichen.

All das hemmt uns in unserer Bewegungsfreiheit und wir begehen erneute Fehler.

Darum werden wir auch übermorgen sagen:

Sonne war gestern

Gottesfurcht und harte Arbeit

(Freilandmuseum Fladungen)
Das karge Bauernleben, 
zum Kreuze hin ausgerichtet.
Oftmals hart - wie ein vorgezogenes Fegefeuer.
Die Einrichtungen, nur das notwendigste.
Zur Spaßgesellschaft war es noch eine lange, lange Zeit.
(Freilandmuseum Fladungen)
Die Kirche, Mittelpunkt dörfliches Leben. Und Sonntags predigte der Pfarrer die Gesetzgebungen, der man zu gehorchen hatte.
(Freilandmuseum Fladungen)
(Freilandmuseum Bad Windsheim)
Gestern war das Leben noch hart...
aber eigentlich war es das schon immer.
Freilandmuseum Bad Windsheim)
Und das wenige, dass man hatte, musste viele Jahre halten.
Die 'Sach' einer Bauernfamilie.
(Freilandmuseum Bad Windsheim)
Auf das 'Morgen' warten wir,
streben wir hin, freuen uns,
hoffen.
Unser 'Gestern' ist längst entsorgt.
Das, worüber wir uns schämten,
wir mit Witzen und Legenden verklärt.
Und das 'Heute'?
Unfähig sind wir, es zu spüren.
Verschwenden darüber keine Gedanken,
weil schon morgen,
ja morgen,
werden wir leben.
(Freilandmuseum Fladungen)
Das Landleben von damals, für uns modernen Menschen von heute nicht vorstellbar.

Grenze

Wer sie zieht, zeigt Macht
Aus seinem Land nicht ausreisen zu dürfen ist die höchste Form der Diskriminierung.
50 Meter, zwei deutsche Staaten und dazwischen lange Jahre vermintes Niemandsland.
Der Zufall des Geburtsortes entschied über Freiheit und Sozialismus.
Republikflucht, ein deutsches Wort… und eine Straftat in der DDR.
Als "Schutzwall" getarnte Freiheitsberaubung.
Egal von welcher Seite, drüben war der Feind.

Zeitzeugen tragischer Schicksale.
Ausgedient
Was ist geblieben, nach 30 Jahren?
Noch Vorstellbar, für wem?
Die damaligen Befürworter schweigen,
der Rest mittlerweile auch
Ausdruck des Misstrauens dem eigenen Volk gegenüber.
Kolonnenweg entlang der Grenze. Und heute lässt es sich wunderbar darauf wandern.

Ausgedient

Wenn die Glanzzeiten hinter uns liegen
Er kommt fast immer schleichend daher, der Moment, in dem uns klar wird, wir haben ausgedient.

Wir sind blind für die Anzeichen oder wollen sie nicht wahrhaben. Wir ignorieren sie und ziehen sie ins lächerliche. Und wenn er dann da ist, der Moment oder die Erkenntnis, sind wir darauf nicht vorbereitet.

Die Entscheidung, ob wir ausgedient haben, treffen oftmals andere. Und ihr Urteil muss nicht immer den Tatsachen entsprechen. Umso härter dann die Folgen. 

Fakt ist, wer über uns entscheidet, dass wir ausgedient haben, hat Macht über uns. Wir alle haben Menschen um uns, die Macht über uns ausüben. Sei es der Arbeitgeber, der Trainer, der Arzt, die Kunden, das Publikum oder einfach nur die Gesellschaft und ihre höheren Gesetze.

Dabei liegt das "Ausgedient" in der Natur der Sache. Nichts hält ewig, nichts funktioniert für immer, schon gar nicht wir Menschen. 

Warum also belastet es uns dann so sehr? Wir setzen das „Ausgedient“ mit einer Niederlage gleich oder mit dem Ende von einer Zeit. 

Dabei übersehen wir leider, dass nicht selten eine Neuanfang auf seine Chance wartet.